Ausbildungsinstitut für Systemische Psychotherapie Augsburg: Bewerbung

Curriculum

Ausbildung Psychologische*r Psychotherapeut*in mit Vertiefung in Systemischer Therapie am Ausbildungsinstitut für systemische Psychotherapie Augsburg

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Übergeordnetes Ziel ist Ihre Approbation als Psychologische*r Psychotherapeut*in.

Dazu vermitteln wir Ihnen praxisnahe und patientenbezogene Grundkenntnisse in wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren insbesondere Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Systemischer Therapie in Diagnostik, Therapie und Rehabilitation von Störungen mit Krankheitswert.

Sie erwerben die wissenschaftlichen, geistigen und ethischen Grundlagen der Psychotherapie, um eigenverantwortlich und selbständig zum Wohle Ihrer Patient*innen handeln zu können.

Dabei legen wir Wert auf die Entwicklung

  • einer professionellen Identität als Psychologische*r Psychotherapeut*in
  • eines individuellen, therapeutischen Stils
  • Ihrer persönlicher Stärken und Ressourcen
  • Ihrer Kompetenz situationsadäquat systemische Interventions- und Arbeitsformen anzuwenden
  • bewusster Selbstfürsorge für lange Zufriedenheit in der psychotherapeutischen Berufspraxis
  • Master (universitär) oder Diplom in Psychologie an einer inländischen Universität oder gleichstehenden Hochschule, wobei der Master bzw. das Diplom das Fach Klinische Psychologie im Umfang von mind. 8 ECTS enthalten muss.
  • Ein gleichwertiger Diplom-/Masterabschluss im Studienfach Psychologie an einer Universität in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum
  • Ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie.

Ein an einer ausländischen Universität erworbenes Diplom bzw. Master in Psychologie muss folgende Fächer enthalten, um dem Diplomstudiengang bzw. Master an einer deutschen Universität zu entsprechen:

  • Klinische Psychologie (8 ECTS)
  • Allgemeine Psychologie
  • Biologische Psychologie
  • Entwicklungspsychologie
  • Persönlichkeitspsychologie
  • Sozialpsychologie
  • Allgemeine Methoden der Psychologie
  • Grundlagen der Diagnostik

Sie orientiert sich am Psychotherapeutengesetz (PsychTHG) und wird entsprechend dem Lehrplan in zwei Phasen durchgeführt.

  • Einjährige Grundausbildung: Grundkenntnisse für die psychotherapeutische Tätigkeit (200 UE)
  • Zweijährige Vertiefungsausbildung: Spezialkenntnisse im Vertiefungsfach Systemische Therapie (400 UE)

Dabei verbinden wir Theorie, Praxis und Selbstreflexion, Fallvignetten und praktische Übungen.

Durchführung: 3-tägige Kompaktmodule, meist Donnerstag – Samstag, je 25 UE.

Die praktische Tätigkeit (P1 und P2) dient dem Erwerb praktischer Erfahrungen in der Behandlung von Störungen mit Krankheitswert sowie von Kenntnissen anderer Störungen, bei denen Psychotherapie nicht indiziert ist. Sie umfasst mindestens 1.800 Stunden (= jeweils 60 Minuten).

P1: Mindestens 1.200 Stunden an einer psychiatrischen klinischen Einrichtung, die im Sinne des ärztlichen Weiterbildungsrechts zur Weiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie zugelassen ist oder die von der nach § 10 Abs. 4 Psychotherapeutengesetz zuständigen Behörde als gleichwertige Einrichtung zugelassen wird.

P2: Mindestens 600 Stunden an einer von einem Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, in der Praxis eines Arztes mit einer ärztlichen Weiterbildung in der Psychotherapie oder eines Psychologischen Psychotherapeuten zu erbringen.

Für die praktische Tätigkeit P1 und P2 kooperiert das AISP-Augsburg mit Kliniken und Einrichtungen auf bundesweiter Ebene. Die praktische Tätigkeit kann nur in Einrichtungen erfolgen, mit denen das AISP einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat. Die Kliniken entscheiden dennoch selbst, wen Sie zulassen.

Sie können uns gerne andere Kliniken und Einrichtungen vorschlagen. Wenn die formellen Voraussetzungen erfüllt sind schließen wir einen Kooperationsvertrag ab, sofern das Landesprüfungsamt keine Einwände erhebt.

Die praktische Tätigkeit P1 kann ab Unterzeichnung des Ausbildungsvertrages beginnen.

Die Liste der Kliniken wird fortlaufend ergänzt.

Die praktische Ausbildungsphase beginnt ab ca. Mitte des zweiten Ausbildungsjahres und umfasst 600 Behandlungsstunden (= 50-minütige Therapiestunden) unter Supervision.

Die praktische Ausbildung findet in der Institutsambulanz des AISP statt. Damit nutzen Sie die Vorteile einer kontinuierlichen Unterstützung und Begleitung bei allen Fragen der Patientenbehandlung durch die Ambulanzleitung sowie die unmittelbare Einbindung in die Infrastruktur des AISP. Sie haben jederzeit die Möglichkeit in direkten Austausch mit anderen PiAs zu treten, alle Medien und systemischen Arbeitsmittel sofort zu Ihrer Verfügung zu haben, sowie Fachbücher aus der Bibliothek zu Rate zu ziehen.

Sie erstellen mindestens sechs anonymisierte schriftliche Falldarstellungen über eigene Patient*innenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben. Sie berücksichtigen dabei wissenschaftliche Erkenntnisse, Diagnostik, Indikationsstellung und Evaluation der Therapieergebnisse. Sie weisen ein ätiologisch orientiertes Krankheitsverständnis nach sowie Behandlungsverlauf und Behandlungstechnik in Verbindung mit der Theorie. Die Falldarstellungen sind von der Ausbildungsstätte zu beurteilen.

Die Selbsterfahrung beginnt im zweiten Ausbildungsjahr und richtet sich nach dem wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren der Systemischen Therapie. Schwerpunkte sind die Reflexion oder Modifikation persönlicher Voraussetzungen für das therapeutische Erleben und Handeln unter Einbeziehung biographischer Aspekte sowie bedeutsame Aspekte des Erlebens und Handelns im Zusammenhang mit einer therapeutischen Beziehung und mit der persönlichen Entwicklung im Ausbildungsverlauf.

Durchführung: Drei Kompaktmodule mit je 4 Tagen. Die Module 1 und 2 finden in einem Tagungshaus im Raum Augsburg statt. Übernachtungs-, Verpflegungs- sowie Raumanteilkosten begleichen Sie selbst vor Ort. Modul 3 findet im Systemischen Institut Augsburg statt.

Im Rahmen der praktischen Ausbildung weisen Sie die Teilnahme an Supervision nach, von denen mindestens 50 UE als Einzelsupervision stattfinden und 100 UE als Gruppensupervisionen. Die Supervisionseinheiten unterstützen Sie im Transfer systemischer Haltung und Methoden, um in der Diagnose-, Behandlungs- und Organisationskompetenz zu entwickeln. Die Supervisionsgruppen sollen aus 3 bis maximal 4 Personen bestehen.

Die Supervisionsstunden sind bei mindestens drei Supervisoren abzuleisten und auf die Behandlungsstunden regelmäßig zu verteilen. Die Supervision erfolgt durch Supervisoren, mit denen Verträge beim AISP bestehen und anerkannt sind. Es ist möglich auch andere Supervisoren vorzuschlagen, wenn diese die Qualifikationsanforderungen erfüllen. Hierzu wird ein Kooperationsvertrag zwischen dem Supervisor und dem AISP abgeschlossen, sofern das Landesprüfungsamt keine Einwände erhebt.

Die „freie“ Spitze dient der Vertiefung von Wissen und Fähigkeiten in bestimmten Bereichen psychotherapeutischen Handelns. Sie besteht aus einem vorgegebenen Teil nach Ermessen des Instituts und einem freien Teil nach Ihren Interessen und Schwerpunkten.

  • Nachgewiesene selbstorganisierte Intervisionsgruppe mindestens 100 UE
  • Vor- und Nachbereitung von Behandlungsstunden 150 UE
  • Literaturstudium 200 UE
  • Zwischenprüfung mit Vorbereitung 20 UE
  • Repetitorium Vorbereitung auf die staatliche Prüfung 20 UE
  • Falldokumentation 150 UE
Aus folgenden Elementen kann die freie Spitze auf 930 Stunden aufgefüllt werden:

  • Zusätzliche praktische Tätigkeit/Behandlungsstunden in der Ausbildungsambulanz oder in Kooperationspraxen
  • Selbsterfahrung über die 120 UE hinaus.
  • Intervision über die 100 UE hinaus
  • Einzel- oder Gruppensupervision über die 150 UE hinaus
  • Themenseminare aus dem Programm des Systemischen Instituts Augsburg (20% ermäßigt)
  • Themenseminare aus dem Programm anderer anerkannter Institute
  • Tagungs- und Kongressteilnahmen mit systemischer Ausrichtung (nach Antrag)

Stunden/UE

Kosten

Infoabend

2

Kostenfrei

Bewerbungsgespräch

Kostenfrei

Theorie

600

10.720,00 €

Zwischenprüfungsgebühr

200,00 €

Abschlussgebühr

500,00 €

Gruppenselbsterfahrung

120

2.160,00 €

Reflexion und Auswertung

500,00 €

an das AISP zu bezahlen

Position 1

14.080,00 €

Einzelsupervision

50

ca.5.000,00 €

Gruppensupervision

100

ca.3.000,00 €

an die Supervisoren zu entrichten

Position 2

ca. 8.000,00 €

Tagungshausgebühren geschätzt

Position 3

ca. 1.000,00 €

Gesamtkosten

Position 1,2,3

ca. 23.080,00 €

Den Gesamtkosten stehen Ihre Bruttoeinnahmen gegenüber, die Sie im P1-Praktikum erzielen (mindestens Euro 1000,- pro Monat) und während der praktischen Ausbildung in der Institutsambulanz (bei 600 Behandlungsstunden ca. Euro 30.000,- ).

Die monatlichen Ausbildungsgebühren bestehen aus einer Anfangszahlung in Höhe von 1830,00 € und im Anschluss aus monatlichen Ratenzahlungen in Höhe von 350,00 € für die folgenden 35 Kalendermonate durch Einzugsermächtigung.

Für die Übernachtung/Verpflegung in einem Seminarhaus für 2 Module Selbsterfahrung müssen maximal ca. 1000,- Euro kalkuliert werden. Sie sind direkt mit dem Seminarhaus abzurechnen. Das 3. Modul Selbsterfahrung findet im Institut statt, daher fallen keine Zusatzgebühren hierfür an.

Bei einer Ausbildungsverlängerung über die 3 Jahre hinaus in Bezug auf die abzuleistenden Praxisstunden mit Supervision fällt eine ½ jährliche Verwaltungsgebühr von Euro 300,- an.

Zwischenprüfung: Diese findet nach Beginn des 2. Ausbildungsjahres institutsintern in Kleingruppen statt. Sie ermöglicht ein erstes Feedback zum fachlichen und persönlichen Ausbildungsstand und zur weiteren Orientierung.

Staatliche Prüfung (siehe auch § 7-18 der PsychTh-APrV )

  • Schriftlicher Teil: Grundkenntnisse in den wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren.
  • Mündlicher Teil: Gegenstand sind die Inhalte der vertieften Ausbildung zur Systemische Therapie. Zunächst wird eine Einzelprüfung über ca. 30 Minuten durchgeführt, danach eine bis zu 2-stündige Gruppenprüfung mit bis zu vier Prüflingen.

Die Prüfung wird bei der zuständigen Behörde des Landes abgelegt, in dem der Prüfling zum Zeitpunkt der Antragstellung an der Ausbildung teilnimmt, in diesem Fall das Landesprüfungsamt für Medizin, Pharmazie und Psychotherapie der Regierung von Oberbayern in München.

Bei Nichtbestehen kann die Prüfung zweimal wiederholt werden. Die staatliche Prüfung muss bis spätestens 2032 abgelegt sein.

Nach bestandener staatlicher Prüfung kann beim Landesprüfungsamt für Medizin, Pharmazie und Psychotherapie der Regierung von Oberbayern der Antrag auf Approbation zum Psychologischen Psychotherapeuten (PP) gestellt werden (§ 19 PsychTH-Apr.V). Damit wird der Fachkundenachweis in Systemischer Therapie bescheinigt und die Erlaubnis zur psychotherapeutischen Arbeit mit Erwachsenen und deren Angehörigensystemen erteilt. Dies ist die Voraussetzung für die sozialrechtliche Anerkennung (Niederlassung als Psychotherapeut).

Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Dies ermöglicht Ihnen intensive Lernerfahrungen und eine individuelle Förderung Ihrer Kompetenzen. Es besteht dadurch mehr Raum für Ihre Fragen, anregenden Austausch und die persönliche Begegnung mit den anderen Ausbildungsteilnehmer*innen sowie den Dozent*innen.

1. Sie haben an einer kostenfreie Informationsveranstaltung teilgenommen.
2. Sie bewerben sich in schriftlicher Form mit folgenden Unterlagen:

  • Bewerbungsstammdatenformular
  • Persönliches Bewerbungsschreiben
  • Tabellarischer Lebenslauf mit beruflicher Entwicklung und Lichtbild
  • Kopien der Zeugnisse über vorherige Berufstätigkeiten, Praktika, berufliche Vorerfahrungen im psychosozialen Feld.
  • Amtliche Kopie der Diplomurkunde und des Diplomzeugnisses, bzw. Masterabschluss (Nachweis über Klinische Psychologie)
  • Kopien von Teilnahmebestätigungen an bisherigen Fort- und Weiterbildungen, Seminaren, Kongressteilnahmen etc…
  • Polizeiliches Führungszeugnis
  • Teilnahmenachweis zur Infoveranstaltung
  • Selbstreflexionsbogen

3. Persönliches kostenfreies Bewerbungsgespräch
4. Entscheidung über die Zulassung
5. Mitteilung an den/die Bewerber*in und Zusendung des Ausbildungsvertrages
6. Rücksendung des Vertrages mit Unterschrift des Ausbildungsteilnehmers

Mit dem Datum des Vertragsabschlusses beginnt Ihre Ausbildungszeit. Ab dann können Sie das P1-Praktikum starten, auch wenn noch keine theoretischen Module begonnen haben.

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